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about

Pablo Gris Studio

Through painting, I explore the visual possibilities of energy and its qualities: magnetic fields, radiation, resonance, currents and electromagnetic waves. These phenomena have been of interest to me, as abstract concepts to visualize, since my studies of Engineering and Applied Sciences at Columbia University; my aim, is not to illustrate them in painting or explain them as physical processes, nor as a diagrammatic interpretation, or an equation.

I am interested in how these physical phenomena connect with some of my inner existential musings; looked at closely, most of our behavior reflects these incidents. These metaphysical concepts undoubtedly permeate my painting together with those questions that live within me and relate to life itself. I speak of metaphysics from a philosophical angle contemplating what happens beyond the material. In my work, contrasts such as black and white, repetition and symmetry are synthesized in the retina and shown on the surface of the painting; as the image of a “magnetic field”: vibrations that, beyond sheer visual effects, are themselves the phenomenon. All these electric currents surpass my body and are manifested in the painting. We are beings in a material world where these phenomena are part of us and of our interactions.

I recognize an obsession with the negative space that broadens the multidimensional possibilities in my work. Initially, the object usually overshadows the subtly powerful negative space, but that negative space opens new windows of perception at a subconscious level, outlining a more transcendental experience than the typical figure and background. The negative space from within its “darkness” invites us to another field where we can dream or ponder; it allows us to travel and make the painting more than a representation of an idea or a subject. This dichotomy presented by the ambiguity of relevance shows that the annulment of space is not possible. The possibility of unfolding this space is crucial in my quest as a painter; it is where the answers offered by the dialogue with painting are sheltered. I deeply believe in the power of ontological transformation that painting offers, this transformation is not triggered by answers but rather by the questions that the painting may raise.

I avoid catching the observer in a vain three-dimensional representation with the use of resources such as chiaroscuro or horizons with vanishing points. I prefer that a concrete form evokes the sensation of multidimensionality, in which I propose other planes, not understood as physical planes, but rather as a transition to other realities.

Aside from its technical qualities and its digital appearance, there is an element in my work that gives life to the painting, perhaps in a poetic way, trying to get away from the formal graphic structures. I enjoy traveling these uncharted dimensions. When painting ceases to be governed by the usual elements as conceptualization through illustration, the use of coordinates or the vehement obsession with the object, it is when painting acquires an epic importance.

I understand very well the “gimmicky” features on the surface of Kinetic artworks and Op art, sometimes I steal some ingredients from those movements, not for the expected optical illusion, but to induce a deeper penetration into the work. I could say that I like to deconstruct these gizmos to draw out more interesting significance and discover values beyond their visual impact.

The evolution within my work has occurred naturally. Observing daily with a constructively critical approach, embracing possibilities instead of canceling them, is a process in which I constantly ponder and continually edit my work. I understand painting as a path to self-growth, which offers the answers I am unable to find in the plane in which I live, it is a reflection of life, perhaps a product of what I have been, what I am at this moment and how I imagine myself in the future. Painting allows me to be a chameleon and transform myself endlessly; it may be that in an ego-monographic way, painting is my letter of introduction. Painting is like life in the way you learn from mistakes and differences.

I undertake geometry being careful not to fall into “graphic mannerism”, my interest focuses on the values that can be communicated and transcended poetically through painting. My painting is a strong presence that does not offer any literal or conceptual narrative. My work is not concluded on the surface, it covers much more. Yes, it is a two-dimensional surface, but it has the capacity to take its observer to other non-ordinary planes outside known reality and this is where painting shows its greatest value: when it transforms from within.

I am fascinated by this transforming energy.

Pablo Griss, 2018

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Durch Malerei erforsche ich die visuellen Möglichkeiten der Energie und ihrer Qualitäten: Magnetfelder, Strahlung, Resonanz, Ströme und elektromagnetische Wellen. Diese Phänomene sind für mich als abstrakte Konzepte von Interesse, seit ich sie in meinem Studium der Ingenieurs- und Angewandten Wissenschaften an der Columbia University kennengelernt habe. Mein Ziel ist es weder, sie in der Malerei zu illustrieren, noch sie als physikalische Prozesse zu erklären oder sie als eine schematische Interpretation oder eine Gleichung zu verstehen.

Ich bin daran interessiert, wie diese physikalischen Phänomene mit meinen inneren existentiellen Überlegungen in Verbindung stehen. Genau betrachtet, spiegeln die meisten unserer Verhaltensweisen diese metaphysischen Konzepte wider. Sie durchdringen meine Malerei mit jenen Fragen, die in mir leben und sich auf das Leben selbst beziehen. Ich denke darüber nach, was jenseits des Materiellen geschieht. In meiner Arbeit werden Kontraste wie Schwarz und Weiß genauso auf der Netzhaut synthetisiert und der Oberfläche des Gemäldes gezeigt wie Wiederholung und Symmetrie; als Bild eines “magnetischen Feldes”: Schwingungen, die jenseits von bloßen visuellen Effekten selbst das Phänomen sind. All diese elektrischen Ströme übersteigen meinen Körper und manifestieren sich in dem Gemälde. Wir sind Wesen in einer materiellen Welt, in der diese Phänomene Teil von uns und unserer Interaktionen sind.

Mein Verhältnis zum Negativraum ist obsessiv, denn er erweitert die multidimensionalen Möglichkeiten meiner Arbeit. Am Anfang überschattet das Objekt den auf subtile Weise kraftvollen Negativraum. Aber dieser Negativraum öffnet neue Fenster der Wahrnehmung auf einer unbewussten Ebene und schafft eine transzendentalere Erfahrung als die typische Figur und der typische Hintergrund. Der Negativraum lädt uns durch seine Obskurität zu einem anderen Ort ein, dort können  wir träumen oder nachdenken. Er erlaubt uns zu reisen und das Bild zu mehr als einer Darstellung einer Idee oder eines Themas zu machen. Manchmal offenbart ein Bild erst spät, wo sich der Negativraum und wo der Positivraum befindet; eine Annullierung von Raum ist also nicht möglich. Diesen Raum zu entfalten, ist entscheidend für meine Suche als Maler. Hier sind die Antworten, die der Dialog mit der Malerei bietet, zuhause. Ich glaube fest an die Macht der ontologischen Transformation, die die Malerei bietet. Diese Transformation wird nicht durch Antworten ausgelöst, sondern durch die Fragen, die das Gemälde aufwerfen kann.

Ich vermeide es, den Betrachter in einer bloß eitlen dreidimensionalen Darstellung mit Mitteln wie Chiaroscuro oder Horizonten mit Fluchtpunkten zu fangen. Ich bevorzuge es, durch eine konkrete Form das Gefühl der Mehrdimensionalität hervorzurufen, indem ich andere Ebenen vorschlage, die nicht als physische Ebenen zu verstehe sind, sondern eher als Übergang zu anderen Realitäten.

Abgesehen von den technischen Qualitäten und der digitalen Erscheinung gibt es ein Element in meiner Arbeit, das dem Bild Leben einhaucht, vielleicht auf poetische Weise, indem es versucht, sich von den formalen graphischen Strukturen zu lösen. Ich genieße es, diese unerforschten Dimensionen zu bereisen. Wenn die Malerei nicht mehr von den üblichen Elementen der Illustration, der Verwendung von Koordinaten oder der Obsession mit dem Objekt beherrscht wird, ist das der Moment, in dem Malerei epische Bedeutung erlangt.

Ich verstehe die spielerischen Merkmale auf der Oberfläche von Kinetischen Kunstwerken und Op-Art, manchmal stehle ich einige Zutaten dieser Bewegungen. Nicht für die erwartete optische Täuschung, sondern um ein tieferes Eindringen in die Arbeit zu erzeugen. Anders gesagt, ich dekonstruiere die Gizmos gerne, um eine interessantere Signifikanz zu erzielen und Werte jenseits ihrer visuellen Wirkung zu entdecken.

Die Evolution meiner Arbeit ist natürlich entstanden. Die tägliche Beobachtung mit einem konstruktiv kritischen Ansatz,  die Einbeziehung von Möglichkeiten, anstatt ihrer Ablehnung, das ist ein Prozess, in dem ich ständig über meine Arbeit nachdenke und sie kontinuierlich weiterentwickle. Ich verstehe die Malerei als einen Weg zum Selbst-Wachstum, der die Antworten bietet, die ich in der Ebene, in der ich lebe, nicht finde. Sie ist eine Reflexion des Lebens, vielleicht ein Produkt dessen, was ich bin, was ich in diesem Moment bin und wie ich mich in der Zukunft sehe. Die Malerei erlaubt mir, ein Chamäleon zu sein und mich endlos zu verwandeln. Vielleicht ist die Malerei auf ego-monografische Weise mein Vorstellungsschreiben.

Ich erstelle die Geometrien vorsichtig, um nicht in “graphischen Manierismus” zu verfallen, mein Interesse konzentriert sich auf die Werte, die poetisch durch Malerei vermittelt und transzendiert werden können. Meine Malerei ist eine starke Präsenz, die keine wörtliche oder konzeptuelle Erzählung bietet. Sie beschränkt sich nicht auf die Oberfläche, sondern umfasst viel mehr. Ja, es ist eine zweidimensionale Oberfläche, aber sie hat die Fähigkeit, den Beobachter zu anderen ungewöhnlichen Ebenen außerhalb der bekannten Realität zu bringen, und hier zeigt die Malerei ihren größten Wert: wenn sie uns von innen heraus transformiert.

 

Pablo Griss, 2018


 

“The oil and acrylic paintings by Venezuelan artist Pablo Griss are studies on the exploration of iteration and variation. At times, they are reminiscent of representations of physical force fields or of abstract information graphics. In spite of geometry, stringent lines and hard edge colour differentiation, his motives start to shimmer and flicker in front of our eyes. It appears as if one were seeing waveforms, which correspond to the physical conditions of our own visual perception in such an immediate way that one is likely to be the effect of the other – and vice versa.”

“Die Öl- und Acrylgemälde des aus Venezuela stammenden Pablo Griss sind Studien zur Erkundung von Reihung und Variation. Sie erinnern mal an die Darstellung physikalischer Kraftfelder, mal an abstrakte Infografiken. Augenfällig dabei ist, dass trotz aller Geometrie, trotz aller stringenter Linien und Hard Edge- Farbdifferenzierungen die Motive vor dem Auge zu Flirren und Flimmern beginnen. Es ist mitunter, als sähe man Waveforms, Schwingungsverläufe, die mit den physischen Bedingungen der eigenen optischen Wahrnehmung so unmittelbar korrespondieren, dass das eine der Effekt des anderen zu sein scheint – und vice versa.”

– Rüdiger Lange, curator.

No Place / Like Home at GLINT

Opening
Friday, April 27, 2018 6 – 12 PM

Opening hours
Gallery Weekend Saturday, April 28, 2018 Sunday, April 29, 2018 11 AM – 7 PM

Exhibition dates

02.05.2018 – 12.05.2018 Wednesday – Saturday 1 – 7 PM
(10.05.2018 closed)

GLINT

Glinkastraße 17 10117 Berlin